Marburger Rettungsassistentin auf dem Weg nach Haiti


Die Marburger Rettungsassistentin Stephanie Mühlbauer fliegt am Montag nach Haiti, um den Überlebenden des Erdbebens Hilfe zu leisten. Wie das im Dezember gegründete humedica-Forum Hessen in Wetzlar bekannt gab, wird die 33-Jährige gelernte Krankenschwester für drei Wochen mit einem achtköpfigen humedica-Ärzteteam in die haitianische Hauptstadt Port-au-Prince reisen. Frau Mühlbauer, die beim Roten Kreuz in Marburg arbeitet, leistet diesen Einsatz ehrenamtlich während ihrer Freizeit. Es sei ihr etwas mulmig, wenn sie an die Situation denke, in die sie auf Haiti komme. Und sie habe Respekt vor der Aufgabe und der katastrophalen Lage. Dennoch habe sie sich zu dem Einsatz entschlossen, weil Menschen dort in Not sind und man helfen müsse. Nach dem Erdbeben der Stärke 7,0 auf der Richterskala am 12. Januar hatte das Hilfswerk humedica (Kaufbeuren bei Augsburg) die bei ihm gelisteten 960 Mediziner und Pflegekräfte per SMS angefragt, ob sie bereit wären, Hilfe auf Haiti zu leisten. Daraufhin hat sich Stephanie Mühlbauer gemeldet. Sie sei grundsätzlich bereit in außergewöhnlichen Situationen zu gehen. Auch als Rettungsassistentin komme sie immer wieder in unbekannte Situationen, die eine besondere Herausforderung darstellten.

Bereits am Donnerstag waren zwei Teams mit acht Mitgliedern abgeflogen. Wichtige Basis für ihren Einsatz ist das so genannte Medi-Kit, das die Helfer im Gepäck haben. Darin befinden sich Verbandsmaterial, Antibiotika, Schmerzmittel, aber auch Wasserdesinfektionstabletten und andere dringend benötigte Materialien für Behandlungen. Die beiden Teams haben noch am Freitag in dem nahezu unzerstörten „Krankenhaus der Hoffnung“ ihre Arbeit aufgenommen.

Mit Frau Mühlbauer fliegen am Montag von Düsseldorf aus drei weitere Ärzte, eine Krankenschwestern, eine Apothekerin, ein Koordinator und ein Logistiker in die Karibik. Sie werden in einem von dem Unternehmen Air Berlin kostenfrei bereit gestellten Flugzeug sitzen. Das Team wird mehrere Tonnen weiterer Hilfsgüter, vor allem Medikamente und medizinischen Bedarf, ins Katastrophengebiet mitführen.

Die Marburger Rettungsassistentin geht davon aus, dass sie in einem Zelt untergebracht wird und in eine eher unklare Situation kommt. Aus Urlaubsaufenthalten weiß sie, dass in solchen Ländern ein einfacheres Leben gefragt ist. Berufliche Auslandserfahrung hat Frau Mühlbauer, die Mitglied beim Christus-Treff in Marburg ist, als Krankenschwester in Jerusalem und bei einem Einsatz mit dem humedica-Ärzteteam in Serbien gesammelt. Vom humedica-Ärzteteam hat sie erstmals über Kollegen gehört, die vor fünf Jahren mit den christlichen Medizinern nach dem Tsunami in Südasien im Einsatz waren.

Stephanie Mühlbauer hofft, den Haitianern ganz praktisch Hilfe geben zu können und auch durch ihre Anwesenheit Hoffnung zu vermitteln. Viele Menschen, Erwachsene und Kinder, sind durch die Erlebnisse traumatisiert. Bislang weiß Frau Mühlbauer noch nicht, wer mit ihr am Montag im Flugzeug mitfliegt. Ebensowenig ist sie darüber in Kenntnis welche konkreten Aufgaben sie bei der Versorgung der Verletzten übernehmen wird. Für alle Fälle hat sie einige Karabinerhaken, unterschiedlich große Tücher und auch Toilettenpapier in den Koffer gepackt. Derzeit geht die Marburgerin davon aus, dass sie am Dienstag oder Mittwoch die Katastrophenregion erreicht.

humedica bittet die Bevölkerung in Deutschland auch weiterhin dringend um konkrete Unterstützung für alle geplanten Hilfsmaßnahmen in Form von Spenden auf das folgende Konto: humedica e. V., Stichwort „Erdbeben Haiti", Konto 47 47, BLZ 734 500 00, Sparkasse Kaufbeuren.

Kontakt: humedica e.V., Goldstraße 8, 87600 Kaufbeuren, Telefon 08341 966148-0, info@humedica.org
Internet: http://www.humedica.org/


17.01.2010