Wetzlarer Christen beten erstmals im Rathaus


Erstmals ist die Evangelische Allianz mit ihrer traditionellen Gebetswoche aus den Kirchenräumen ausgewandert. Am Mittwochabend verwandelten rund 90 Teilnehmer, unter ihnen der ehrenamtliche Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, der Vorstandsvorsitzende von ERF Medien, Jürgen Werth, den Situngssaal der Stadtverordneten auf Einladung von Oberbürgermeister Wolfram Dette in einen Betsaal. Dette hieß die Besucher, unter ihnen auch Mitarbeiter der Stadtverwaltung, willkommen. Er werte diese Veranstaltung als wichtiges Zeichen der Verbundenheit zwischen der Stadt und ihren Bürgern aus Kirchen und Gemeinden, die damit ihre Solidarität mit den Verantwortungsträgern deutlich mache. Die Mitarbeiter im Rathaus seien Dienstleister für den Bürger und brauchten Verständnis und Unterstützung für ihre Arbeit.

Die Stadtverordneten benötigten immer wieder die Kraft beim Entwickeln neuer Perspektiven und wie man das Beste für die Stadt erreichen könne. Er dankte der Allianz, dass sie das Rathaus mit in ihre Gebetswoche einbezogen hat. Er erhoffe sich für die Mitarbeiter einen Schub der Ermutigung und Hilfe Gottes.

Der OB nannte unter anderem den 2012 in Wetzlar stattfindenden Hessentag, die wirtschaftliche Lage, die Sorge um die Arbeitsplätze, das Miteinander der vielen Nationalitäten in der Stadt und den Schutz vor Katastrophen als konkrete Themen, für die Christen eintreten könnten.

Als Vorsitzende der Evangelischen Allianz Wetzlar dankte Pastorin Sabine Bockel von der Anskar-Kirche dem OB dafür, „dass Sie uns die Tür zum Rathaus geöffnet haben“. Ziel der Allianz sei es, in dieser Stadt positiven Einfluss zu nehmen durch Gebete und Veranstaltungen. In dem Zusammenschluss sind Christen aus Kirchen, Freikirchen, Gemeinschaften und christlichen Werken verbunden. Die Gebetswoche wird weltweit seit 1846 begangen.

In seiner Ansprache griff Pfarrer Björn Heymer von der Evangelischen Kirchengemeinde Wetzlar das Motto des Abends „Zeugen sein – damit es der Stadt gut geht“ auf. Dabei verwies er auf das Wappen der Stadt Wetzlar, das einen schwarzen Adler und ein Kreuz zeigt. In vielen Wappen weise das Kreuz auf die Kreuzfahrer des Mittelalters hin, die zurückgekehrt aus dem Heiligen Land, neue Impulse in ihre Städte mitgebracht hätten. So hätten sie auch in manchen Regionen für eine bessere Ernährung und Gesundheit der Bevölkerung gesorgt. Ferner hätten sie geistlilche Impulse gesetzt und geholfen, dass Menschen in ihrer Stadt froh und frei geworden seien. Für diese Ziele sollten sich auch Christen heute einsetzen.

Als Beispiel für christliches Engagement in der Stadt stellten Wolfgang und Monika Theuß vom Verein ihre Aktivitäten für Randgruppen in Sao Paulo (Brasilien) und Wetzlar vor. Anschließend griffen die Teilnehmer in freien Gebeten die genannten Themen auf, die in Bitten für ein Gelingen des Hessentages oder einfach in die Worte „Segne dieses Haus und seine Mitarbeiter“ mündeten. Die Allianz betete aber auch für die katastrophale Lage auf Haiti, wo an diesem Tag vermutlich tausende durch ein schweres Erdbeben ihr Leben und weitere tausende ihr Dach über dem Kopf verloren haben. Dabei schlossen sie auch das humedica-Ärzteteam ein, das sieben Ärzte und Hilfskräfte nach Haiti entsandt hat.

Zum Abschluss der Gebetswoche wird am Sonntag, 17. Januar, um 16 Uhr ein Gottesdienst in der Anskar-Kirche Niedergirmes (Philippsstr. 4) gefeiert. Dabei spricht Jürgen Werth zum Thema "Zeugen sein - damit Gott geehrt wird".



Internet - Die Veranstaltung bei Youtoube: http://www.youtube.com/watch?v=0-vz0wcRi98

und: http://www.youtube.com/watch?v=l65MheSRsmc&feature=related

17-01.2010