Siegfried Fietz gemeinsam mit Sohn Oliver auf der Bühne in Werdorf


Es war ein Auftritt der Familie Fietz wie er wohl eher selten ist. Vater Siegfried Fietz, dessen Ehefrau Barbara und auch Sohn Oliver Fietz waren während des zweistündigen musikalischen Programms abwechselnd auf der Bühne. Damit zeigte die in Greifenstein-Allendorf beheimatete Familie einmal mehr, wie stark sie sich für die Arbeit des Hospizes Haus Emmaus in Wetzlar engagiert.

Barbara Fietz, Vorsitzende des Förderkreises Hospiz Mittelhessen e. V, konnte aus den Händen von Martin Schmidt einen Scheck in Höhe von 1002 Euro entgegen nehmen. Sie dankte und wies darauf hin, dass das Hospiz, das im April auf sein fünfjähriges Bestehen blickt, jährlich 100.000 Euro an Spenden benötige. Dass das Haus Emmaus in der Wetzlarer Spilburg seit drei Jahren eine Auslastung von 90 Prozent habe, zeige, wie wichtig diese Einrichtung ist. Sohn Oliver setze sich in seiner Freizeit als Grafiker/Designer für das Hospiz ein, so Siegfried Fietz. Er brachte den Werdorfern ein Lied mit, das er eigens über die Hospizarbeit geschrieben hat. Darin geht er von den Hospizen im Mittelalter aus, blickt auf die gegenwärtige Unterstützung todkranker und sterbender Menschen und gelangt zu dem betenden Jesus im Garten Gethesmane, der seine Jünger kurz vor seinem Tod darum bittet „Wachet und betet mit mir“.

Oliver Fietz, der mit seiner Frau Irene in den ersten Reihen der TV-Turnhalle unter den 150 Bsuchern Platz genommen hatte, war offensichtlich überrascht, als ihn sein Vater auf die Bühne bat, um bei dem Lied „Wer von der Liebe singt, der kann vom Kreuz nicht schweigen“ den Gesang zu übernehmen. Anschließend gewinnt der Vater den Sohn noch ein von Oliver und dessen Frau geschaffenes Lied „Gottes Liebe ist dir nah“ zu präsentieren.

Das über zweistündige Programm hatte nahezu alle Elemente, die ein Gottesdienst beinhaltet: Glaubensbekenntnis, gemeinsamer Gesang, Verkündigung, Zusprechen von Trost und Hoffnung, Aufforderung zum Engagement für den Nächsten. Die Musik trug dazu bei, dass dies alles emotional die Besucher erreichte. Mehrfach wurde die Turnhalle zum Kirchenraum, wenn die Gäste in die Lieder mit einstimmten, sich auf Bitten von Fietz an Händen fassten oder die Arme um die Schultern der Nachbarn legten.

Dabei konnte Fietz auf ein reichhaltiges Repertoire zurückgreifen. Mehr als 3.000 Titel hat er komponiert, teilweise auch selbst getextet. Er präsentierte Lieder von ERF Direktor Jürgen Werth, von Johannes Jourdan und Elli Michler. Sein bekanntestes Werk, der von dem evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer im Konzentrationslager geschaffenen Text „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ durfte natürlich nicht fehlen. Fietz hatte dieses Lied bei der Trauerfeier für den verstorbenen Bundespräsidenten Johannes Rau im Berliner Dom gesungen. Es sei erstaunlich gewesen, so Fietz, welche Politiker diese Verse auswendig kannten, von Angela Merkel bis Edmund Stoiber.

Begleitet wurde Fietz von seinem langjährigen musikalischen Gefährten Gerhard Barth an der Elektrogitarre. Barth spielte auch eigene Instrumentalstücke, unter anderem eine von ihm erarbeitete moderne Version des Johann Sebastian Bach-Liedes „Jesu bleibet meine Freude“

Martin Schmidt dankte im Namen der Evangelischen freien Gemeinde und des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) Werdorf für das Konzert, das Fietz mit drei Zugaben abschloss.

26.02.2009