Christliche Suchthelferin für ehrenamtliches Engagement geehrt


Die christliche Suchthelferin Gerda Czapla (Biebertal bei Gießen) ist mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Wetzlar geehrt worden. Oberbürgermeister Wolfram Dette sagte am 29. November zur Begründung, Frau Czapla setze sich über Jahrzehnte hinweg für Suchtkranke ein. Dies gehe über die regelmäßigen Gruppentreffen hinaus. Sie unterstütze Alkoholkranke und deren Angehörige bei der Lösung privater und beruflicher Probleme, die durch die Krankheit verursacht wurden, helfe durch Hausbesuche, Begleitung bei Behördengängen und beim Vermitteln von Therapie-Plätzen. Sie sei jederzeit ansprechbar in Krisensituationen, so Dette. Mit ihrem über 20-jährigen Einsatz habe sie eine Vorbildfunktion übernommen, dem andere nacheifern sollten.

Die 62-Jährige Czapla ist seit 1980 in der Suchtkrankenhilfe aktiv. Die Diagnose Krebs für ihren Mann hatte Frau Czapla aus der Bahn geworfen. So geriet sie an den Alkohol. Bei einer Zeltevangelisation in Wetzlar im April 1979 kam es zur Lebenswende. Als Betroffene besuchte sie die Wetzlarer Gruppe des Blauen Kreuzes in Deutschland (Sitz Wuppertal). 1982 übernahm sie den Vorsitz des Ortsvereins, 1989 wurde sie in den Landesvorstand gewählt. 1997 schied sie aus der Blau-Kreuz-Arbeit aus, um sich als Pflegemutter dreier Kinder zu engagieren. Vor zehn Jahren gründete sie mit anderen Betroffenen die Gruppe „Senfkorn“, die sich dem Blauen Kreuz in der evangelischen Kirche (Dortmund) anschloss. „Senfkorn“ bietet Hilfe für Suchtkranke bei regelmäßigen Treffen in Wetzlar-Hermannstein und seit Frühjahr 2008 auch in Ehringshausen. Frau Czapla betreut in Gruppen, per Telefon oder Hausbesuche mehr als 50 Personen.

Internet http://www.bk-senfkorn.de/2.html

06.12.2008