Seit 50 Jahren Kreuzkirche an der Stoppelberger Hohl in Wetzlar


Seit 50 Jahren steht die Kreuzkirche an der Stoppelberger Hohl in Wetzlar mit ihrem „Wahrzeichen“, dem weithin sichtbaren Turm aus Bruchsteinen. Dieses Jubiläum ist Anlass für die Evangelische Kirchengemeinde Wetzlar zu einem Festgottesdienst am Sonntag, 11. Januar, um 11 Uhr. Die Predigt hält Pfarrer Süß, die Liturgie Prädikant Karl Heinz Später. Bereits am Vorabend, 10. Januar, um 19 Uhr gibt es ein Konzert in der Kreuzkirche mit dem Singkreis unter Leitung von Kantor Hans Kunz sowie weiteren Gruppen der Gemeinde.

Mit dem Bau der Kirche auf diesem markanten Platz der Stadt wurde der stetig wachsenden Bevölkerung Wetzlars Rechnung getragen. Zuvor gab es lediglich vier evangelische Predigtstätten Dom, Gnadenkirche, Hospital- und Untere Stadtkirche.

1951 wurde der Kirchengemeinde das 8.000 Quadratmeter große Grundstück an der Stoppelberger Hohl zu einem günstigen Preis überlassen. Es lag auf noch unberührten Wiesen über der Stadt. In den Sommermonaten trafen sich Wetzlarer Christen auf dem Areal zu Gottesdiensten im Freien für die Wanderer, die sich Richtung Kirschenwäldchen aufgemacht hatten. Als Erkennungszeichen wurde ein Holzkreuz errichtet, das später der Kirche den Namen geben sollte.

Der erste Spatenstich erfolgt im März 1957, am 22. April die Grundsteinlegung. Bereits am 11. Juli konnte Richtfest gefeiert werden. Knapp eineinhalb Jahre später war die Kirche soweit fertig gestellt, dass die Gemeinde ihren ersten Gottesdienst mit Pfarrer Johannes Plath (1903 - 1990) feiern konnte. Am 25. Dezember 1958 fand der erste Weihnachtsgottesdienst noch vor der offiziellen Einweihung in dem neuen Gotteshaus statt. Als am 11. Januar 1959 die Kirche eingeweiht wurde, gab es in dem nebenan erstellten Turm, der fünf übereinander liegende Gemeinderäume beherbergt, noch keine Glocken.

Aber die Kirche hatte bereits ihren Namen. Aus Vorschlägen der Gemeindemitgliedern zur Namensnennung hatte das Presbyterium sich für Kreuzkirche entschieden. Zu Weihnachten 1959 erklang erstmals das aus vier Glocken bestehende Geläut. Zwei Jahre später gehörte auch eine Orgel zum Gotteshaus, die 1987 eine Erweiterung erfuhr.

Im Turm wurden Jugendräume eingerichtet – ein Novum in dieser Zeit. Auch die Bundeswehr richtete eine Gruppe im Turm ein. 1963 teilte sich die Gesamtgemeinde Wetzlar. 1963/64 wurde das erste Pfarrhaus über der Kreuzkirche gebaut, 1967 folgte das zweite unterhalb. 1964 traf sich zum ersten Mal das Presbyterium der neu gegründeten Kreuzkirchengemeinde. Im gleichen Jahr eröffnete Pfarrer Johannes Plath im Turm die erste Altenstube Wetzlars. 1969 wurde die Kirche erstmals erweitert durch den Eingangsbereich und den Anbau einer Küche. 1979/1980 wurden zusätzliche Gemeinderäume und Sanitäranlagen im Westen an die Kirche angebaut. Von 1984 bis 2002 hat der Kirchenkreis im Turm eine Beratungsstelle für arbeitslose Jugendliche unterhalten. Seit Mai 2005 beherbergt der Turm einen Bücherflohmarkt, der inzwischen auf zwei Stockwerke ausgedehnt wurde. Im Mai 2003 erhielt die Kreuzkirche eine Photovoltaikanlage. 2006 schlossen sich die drei Wetzlarer Innenstadt-Gemeinden Dom-, Heilig-Geist- und Kreuzkirche zur Evangelischen Kirchengemeinde Wetzlar zusammen.

Internet http://www.evangelisch-in-wetzlar.de/wps/kgwz/home/bezirk_kreuzkirche/

06.12.2008